Design Thinking oder wie Designer denken

von | NewWork

Ein Ansatz zur praktischen und kreativen Problemlösung ist Design Thinking. Dieser basiert stark auf den Methoden und Prozessen, die Designer verwenden. Dieser Ansatz hat sich aber aus völlig unterschiedlichen Bereichen entwickelt. Hierzu zählt zum Beispiel die Architektur, das Ingenieurwesen und die Wirtschaft. Design Thinking kann aber auch auf jeden anderen Bereich angewendet werden, denn es muss nicht unbedingt design-spezifisch sein.

Design Thinking ist extrem auf die Bedürfnisse des Menschen ausgerichtet. Es konzentriert sich in erster Linie auf den Menschen, der versucht, die Bedürfnisse des Benutzers zu verstehen und effektive Lösungen für diese Bedürfnisse zu finden. Es ist das, was wir einen lösungsorientierten Ansatz zur Problemlösung nennen.

Woher kommt Design Thinking?

Vorreiter in diesem Bereich waren Tim Brown und Roger Martin. Diese haben das Wort „Design“ vom Nomen in ein Verb verwandelt. Dies kann somit als Unterscheidungsmerkmal genutzt werden, um sich auf ändernde Trends und Verhaltensweisen besser einstellen zu können. Durch diesen entstehenden Wettbewerbsvorteil kann das Unternehmen sein Umsatz verbessern und Wachstum fördern. Unternehmen beginnen, die Notwendigkeit von Design als Wertschöpfungspotential zu erkennen, um ihre bestehende Wertschöpfungskompetenz zu ergänzen.

Wie geht Design Thinking?

Design Thinking wird oftmals als ein fünfstufiger Prozess beschrieben. Es ist wichtig zu beachten, dass diese Phasen nicht immer sequenziell ablaufen. Die Teilnehmer können jederzeit von einer Phase in die andere  vor- und zurückspringen. Beispielsweise generieren Teilnehmer manchmal schon kurz nach Beginn Ideen für die Problemlösung oder basteln einfache Prototypen um das Problem besser  zu verstehen.

Die verschiedenen Phasen des Design Thinkings sollten als verschiedene Modi verstanden werden, die zum gesamten Designprojekt beitragen. Das ultimative Ziel ist es, ein möglichst tiefes Verständnis für das Produkt und seine Anwender zu entwickeln.

Die fünf Stufen des Design Thinking

 VERSTEHEN:

Das Verstehen bezieht sich auf die Fähigkeit, die Gefühle und Emotionen anderer als die eigenen zu erkennen und anzuerkennen. Im Bereich des Design-Thinkings bezieht sich das Verstehen auf die Identifizierung und Anerkennung des Problems als das eigene, um ein besseres und tieferes Verständnis davon zu erlangen.

Es geht darum, voll in das Problem einzutauchen, um seine Feinheiten und Nuancen zu verstehen. Hierfür kann man Experten in dem Bereich hinzuziehen, Menschen beobachten, welche direkt mit dem Problem konfrontiert sind oder auch selbst sich daran beteiligen um das Problem vollumfänglich zu verstehen. 

Wie hilft das richtige Verständnis im Design Thinking Prozess? Da das Design Thinking ein Ansatz ist, bei dem der Mensch im Mittelpunt steht, ermöglicht das Verstehen dem Teilnehmer, seine eigenen Vorurteile und Annahmen beiseite zu legen und das Problem objektiv anzugehen. Dadurch werden Bedürfnisse und Erwartungen der direkt an dem Problem beteiligten Personen berücksichtigt.

DEFINIEREN:

Sobald man die Informationen über das Problem über die Einfühlungsphase gesammelt hat, müssen die Informationen organisiert und ausgearbeitet werden. Durch sorgfältige Beobachtung und Analyse versucht man, das Problem in Form einer Problemstellung klar zu definieren. So ist beispielsweise „Wir müssen den Marktanteil unserer Fahrräder am Produktmarkt der ländlichen Bevölkerung um 6% erhöhen“ ein Problem, das aus der Sicht der Wünsche und Bedürfnisse des Unternehmens definiert wird. Es kann das gleiche Problem festgestellt werden wie: „Menschen aus dem ländlichen Raum müssen Zugang zu unseren Fahrrädern haben, um sich kostengünstig und umweltfreundlich fortbewegen zu können. „. Diese Problemstellung hat den Mensch im Mittelpunkt, was der Schlüssel zum Design Thinking Prozess ist. 

IDEEN FINDEN:

Nachdem man die Problemstellung definiert hat, ist man nun bereit, Ideen zur Lösung des Problems zu finden. Mit einer Vielzahl von Methoden versuchen die Teilnehmer, „über den Tellerrand hinauszudenken“, um Optionen und Ideen zu entwickeln, die als nützliche Lösungen für das jeweilige Problem dienen können.

Es gibt mehrere Techniken, um zu richtige Ideen zu finden: Brainstorming, Brainwrite, Worst Possible Idea und SCAMPER um nur einige zu nennen. 

Während einige Techniken das freie und kreative Denken anregen, das den Spielraum für Möglichkeiten öffnet, erlauben andere Techniken den Teilnehmern, die erzeugten Ideen zu testen und zu prüfen, sodass sie als mögliche Problemlösungen genutzt werden können.

BAUEN:

Ein Prototyp ist eine verkleinerte Version eines Produkts oder Gegenstandes, mit der die in der Phase „Ideen finden“ generierten Lösungen getestet werden können. Mit anderen Worten, ist es eine Probe des Endprodukts oder des Artikels, das als eingeführt oder verbessert betrachtet wird. Hier erstellt man mehrere Prototypen, die vom Team selbst, von Personen aus anderen Abteilungen oder von kleinen Gruppen außerhalb des Teams getestet werden können. 

Der Zweck der Prototypenphase ist es, die bestmögliche Lösung für das in den vorangegangenen Phasen definierte Problem zu identifizieren und abzuschließen. Es ist eine experimentelle Phase. Man integriert die Ideen in die Prototypen und analysiert die Ergebnisse sorgfältig, damit man die Ideen ändern und neu strukturieren oder neue, anwendbare Lösungen entwickeln kann.

Indem man die Prototypenphase im Design Thinking Prozess durchläuft, kann man tatsächlich sehen, wie sich die Lösungen in der realen Welt verhalten und was die Mängel und Grenzen der erreichten Lösungen sind. Dies ermöglich einen kontinuierlichen Verbesserungsprozesses während des Design Thinkings. 

TESTEN:

Nachdem man sich für die beste Lösung zur Umsetzung des Endprodukts entschieden hat, wird es strengen Tests unterzogen. Schon in dieser Phase werden Änderungen und Verfeinerungen vorgenommen, um ein tieferes Verständnis für das Produkt und seine Nutzer zu erhalten.

Durch das schon oben genannte Wechseln innerhalb der Phasen nähert sich das Team immer weiter der Lösung an. In kleinen Schritten wird somit die optimale Problemlösung gefunden. 

Warum Design Thinking?

Beim Design Thinking steht der künftige Nutzer bei der Entwicklung von neuen Produkten,  Dienstleistungen und Prozessen im Zentrum. Unter Berücksichtigung dieser Tatsache erhöht sich die Kundenzufriedenheit und Unternehmen können sich dadurch einen Wettbewerbsvorteil sichern. Durch Design Thinking haben Unternehmen einen weitere Technik um Probleme sinnvoll anzugehen und zu lösen. Dies erlaubt Organisationen innovativer zu handeln und sich auch dadurch von der Konkurrenz abzuheben.    

Sarah Schneider
Mit ihrer Erfahrung unterstützt sie Unternehmen in den Bereichen Social Media, Projektmanagement und Backoffice. Ein kreativer Kopf und eine helfende Hand für Unternehmer.